Das Phänomen des Hautüberschusses an den Augenlidern
kann zweierlei hauptsächliche Ursachen haben:
Dermatochalasis
Dermatochalasis stellt die klassische Diagnose
für die Erschlaffung der Augenlider dar,
deren Ursachen in einer alterungsbedingten
Schwächung des epidermalen Gewebes und dem
Nachlassen der natürlichen Hautelastizität
(Verlust von Elastin) einerseits aber auch in
den dauernden Bewegungen natürlicher
Gesichtsmimik und im relativ hohen
Bewegungsumfang des Gewebes (Öffnen und
Schliessen der Augen) vorallem im Bereich der
oberen Augenlider liegt. Nicht zuletzt trägt
die Schwerkraft zum Absinken des ermüdeten
Gewebes bei. Die Dermatochalasis tritt deshalb
meist beim Patienten im Alter über 45-50
Jahren auf.
Seltene, weitergehende Auswirkungen auch funktionaler
Natur der Dermatochalasis können
sein:
Einschränkung im oberen Sichtbereich
Hyperemia oder Konjunktivitis (gerötete Augen, entzündliche
Störungen)
Chemosis (ringförmige Schwellungen der Bindehaut)
Entropion (zum Augapfel hin einrollendes unteres Augenlid)
Ectropion (offene Distanz zwischen
Augapfel und Unterlid)
Blepharitis (Lidrandentzündung)
Trichiasis (Hornhautirritation
durch Fehlstellung von
Winpernhaaren)
Ekzemartige Dermatitis
Gesundheitliche Störungen wie das Ehlers-Danlos Syndrom, Tendenz zu übermäßiger
Faltenbildung (Cutis laxa), Schilddrüsenstörungen, Nierenbeschwerden oder
Amyloidose können die Entwicklung zur Dermatochalasis beschleunigen.
Vorallem Patienten mit chronischer Blepharitis, Trichiasis oder chronisch trockenen
Augen sollten sich vor einer Korrekturoperation einer Untersuchung
unterziehen um die Symptomatik mit therapeutischen Mitteln entsprechend zu
behandeln. Sollte aus den Untersuchungen ein Verdacht auf Unregelmäßigkeiten
etwa an der Nieren- oder Schilddrüßenfunktion hervorgehen, so müssen diese
nach diagnostischer Bestätigung durch eine entsprechende Behandlung
beseitigt werden, im Idealfalle noch bevor eine Operation zur Straffung
der Lider vorgenommen wird.
Im Normalfalle stellt die Dermatochalasis jedoch eine gewöhnliche
physiologische Alterserscheinung dar, die fast alle Patienten über dem
Alter von 50 Jahren im unterschiedlichem Maße betrifft, und Sie stellt in
der Regel ein rein kosmetisches Problem dar.
Der/die Patient/in beklagt meist sein/ihr älteres müdes
Aussehen wegen der erschlafften, hängenden Augenlider oder wegen der
Ausbildung der sogenannten Tränensäcke (manchmal auch hervorgerufen
durch eine Ansammlung von Augenhöhlenfett, genannt
'Steatoblepharon') in den unteren Augenlidern.
Die Erschlaffung der Augenlider durch Dermatochalasis kann und wird in der
Regel mittels der Operation der
Blepharochalasis
Die Blepharochalasis ist ein atypisches, pathologisches Syndrom. D.h. sie
tritt seltener auf als die Dermatochalasis und ist nach bisheriger
medizinischer Erkenntnis in der Regel von entzündlicher Natur. Sie
kann auch nur auf einem Auge (unilateral) auftreten und betrifft in der
Regel die oberen Augenlider, meist bei jüngeren Patienten im Alter
um 30 Jahren.
Der klinische Befund der Blepharochalasis lautet auf eine
Schwächung, Atrophie und Erschlaffung (Ptosis) der Augenlider, welche
durch ein häufiges Anschwellen der Lider verursacht wird. Das
wiederholte Anschwellen führt meist zu einer Dehnung und in der Folge zur
Erschlaffung der betreffenden Hautpartie.
Beim typischen Blepharochalasis-Patienten zeigt sich deshalb ein Hautüberschuss,
bzw eine Erschlaffung durch eine verringerte Haftung des Augenlides
am darunterliegenden Muskel- und Bindegewebe, dies bereits bei jungen,
aktiven Patienten zu einer bedeutenden Sichtbeeinträchtigung führen
kann.
Bei manchen Patienten besteht eine genetische Prädisposition zur
Ausbildung der Blepharochalasis bereits in jungen Jahren. Die
Blepharochalasis ist in der Regel idiopatischer Natur (d.h. daß die
auslösende Ursache unbekannt bleibt), wird aber in seltenen Fällen auch
mit Nierenbeschwerden (Nierenagenesis) oder vertebralen Störungen
(Abnormitäten im Wirbelsäulebereich) oder kongenitalen Herzfehlern in
Zusammenhang gebracht, die entsprechend medizinisch behandelt werden
sollen.
Ähnlich der Dermatochalasis kann auch beim Blepharochalasis-Patienten die
Problematik der erschlafften Augenlider mittels der Operation der
Blepharoplastik
[Lidstraffung]
korrigiert
werden.
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